Page 67 - PAN Dezember 2019
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Risiko Familienfest
BELLO & MIETZE IN GEFAHR
Das Jahr ist um. Die Vorbereitungen zur Geschenkeschlacht laufen bereits auf Hochtouren. Nach den reichhaltigen Weihnachtstagen soll das Jahr an Silvester pompös ausklingen und zwischendurch darf es an nichts fehlen. Hört sich nach viel Stress an und aus Sicht unserer vier- beinigen Hausgenossen wirkt das Verhalten ihrer Besitzer recht ver- störend. Bezeichnenderweise steigen die Besuche in Tierarztpraxen aufgrund von Vergiftungen, Fremdkörperaufnahmen und psychischen Problemen bei Hund und Katze zum Jahresende enorm. Was Sie tun können, um Ihren Liebling vor Weihnachtsstress und Silvesterangst zu schützen, das erfahren Sie beim Weiterlesen.
trastmitteluntersuchung Klarheit bringen, um zu entscheiden, ob sogar ein chirurgi- scher Eingriff nötig ist.
Nicht zuletzt möchte ich in diesem Rah- men nochmals die Silvesterproblematik ansprechen. Vielen Tieren ist das Knallen und der Geruch zur Silvesterzeit sehr un- heimlich und daher ist Ihr Management gefragt. Katzen sollten nicht ins Freie ge- lassen werden und geräuschängstliche Hunde verbringen den Silvesterabend am besten mit ihrer Bezugsperson in einem geräuscharmen, abgeschlossenen Raum. Sollte Ihr Tier trotz des häuslichen Ma- nagements Verhaltensstörungen zeigen, dann begeben Sie sich am besten schon frühzeitig in die Sprechstunde, um die Jah- reswende zu planen. Eventuell ist es für Ihr Tier besser, ein Medikament zur Beru- higung zu erhalten, um die Tage besser zu überstehen.
Zum Schluss möchte ich nochmals ein gutes Wort für die Bedürfnisse zur Weih- nachtszeit von Bello und Mietze einlegen. Die beiden sind nämlich echte Gewohn- heitstiere und mögen den Feiertagsstress bis auf wenige Ausnahmen überhaupt nicht. Aus diesem Grund ist ein lauschiges Plätzchen fernab aller Familienfeiern oft die bessere Alternative verglichen mit der Anwesenheit auf einer Party. Ein langer Spaziergang und ein ausgedehntes Spiel danach versöhnt Ihr Tier, wenn Sie ihm in der Zwischenzeit nicht so viel Beachtung schenken können.
Ihnen und Ihren Vierbeinern wünsche ich eine angenehme Weihnachtszeit und einen tierisch guten Start ins Jahr 2020. Schon bald überrasche ich Sie mit meinem nächsten Artikel „Grenzenlose Veterinär- medizin“.
Dr. Simone Möllenbeck
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 Die süße Versuchung ist in der Vorweih- nachtszeit am größten. Nicht nur in den Supermärkten strahlen uns die Weih- nachtsmänner an. Viele Haushalte werden geradezu mit Süßigkeiten dekoriert. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn gerade Hunde können unberechenbar sein und in kurzer Zeit die Vorratskammer plündern. Zwei Inhaltsstoffe im süßen Genuss ber- gen hierbei besondere Gefahren. Allgemein bekannt ist, dass Schokolade Theobromin enthält. Dieser für Menschen ungiftige Bestandteil löst bei Hund und Katze Er- brechen, Durchfall und zentralnervöse Störungen aus. In hohen Dosen kann die Aufnahme von Theobromin sogar zum Tod führen. Hierbei gilt die Faustregel: Je dunk- ler die Schokolade, desto höher der Gehalt der giftigen Substanz. Im Internet kann in- zwischen ein sogenannter Schokoladen- rechner genutzt werden, um die toxische Dosis fürs eigene Tier zu ermitteln. Ein nicht ganz so bekannter Giftstoff ist der vor allem in Bonbons, Kaugummi und Zahnpas- ta enthaltene und für Hunde gesundheits- schädigende Zuckeraustauschstoff Xylitol. In hohen Dosen löst Xylitol einen tödlichen Abfall des Blutzuckerspiegels aus. Sollte sichIhrTierüberdenAdventstellerher- gemacht haben, dann ist eine schnelle Vor-
stellung in der Tierarztpraxis von Nöten. Glücklicherweise kann dem kleinen Räu- ber ein Mittel gespritzt werden, welches in kurzer Zeit Erbrechen auslöst, so dass nicht zu viel der giftigen Substanzen in den Blutkreislauf gelangen kann. Bedenken Sie auch, dass vor allem Bello gerne vergisst, die Süßwaren vor dem Verzehr auszupa- cken; Verpackungsmaterial wird im Allge- meinen recht schlecht verdaut. Ein Grund mehr, sich mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt in Verbindung zu setzen. Inzwischen werden Bello und Mietze am Heiligen Abend auch gerne unter dem Weihnachtsbaum beschert. Doch gerade neues Spielzeug sollte gut von Ihnen auf dessen Eignung für Ihren Liebling geprüft werden. In unbeachteten Momenten zer- legt der ein oder andere Hund gerne das Quietschtier und Mietze vergisst im Spiel auch mal, dass es sich beim Fellmaus nicht um eine echte Beute handelt. Auf diese Weise landen unverdauliche Fremdkörper in den Magen-Darm-Trakt und lösen hef- tige Verdauungsprobleme aus. Erbrechen und das Fehlen von Kotabsatz sind Alarm- zeichen, die in der Tierarztpraxis durch- aus ernst genommen werden. Schluss- endlich muss eine Röntgenaufnahme gegebenenfalls zusammen mit einer Kon-
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 Vital





















































































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