Page 25 - PAN Dezember 2019
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Freitagvormittag - mit den Handys am Ohr und einem Kaffee in der Hand laufen wir durch die Räumlichkeiten unserer Agentur ...
Punkt 11 Uhr, es klingelt es an der Tür. Philip Traber... auf die Sekunden ge- nau, betritt unsere Redaktion.
Bier-Business auf der Kirmes haben wir gemeinsam weitere Projekte kreiert und umgesetzt – auch hier in Bocholt. An der Schanze in der Innenstadt haben wir den “Bocholt-Beach” 2005 gegründet, der von Kevin und Diana geführt wurde. Ein Jahr später wurde die “Bocholt-Beach-Bar” zur Fußball-WM an die Ravardistraße ver- mietet. Durch den großen Erfolg in Bo- cholt sind daraus dann in NRW weitere “Beach-Clubs” entstanden. Belinda und ich haben parallel dazu den Ausschank 2.0 auf den Kirmessen betrieben. Nach dem Trend der Beach-Clubs” haben Kevin und Diana das Geschäft mit der Bayern-Fest- halle deutschlandweit ausgebaut, die auch jahrelang Bestandteil der Bocholter Kir- mes war. Wir haben als Familie für jedes Volksfest, auf dem wir vertreten sind, indi- viduelle Konzepte entwickelt und gehören dort zu den festen Institutionen. Darauf sind wir unheimlich stolz. Wir haben mit jeder dieser Städte eine besondere Bezie- hung. Unser Lebensmotto “Keine Sekunde ohne Leidenschaft” ist nicht nur eine Flos- kel. Das merken die Menschen, die wir auf jedem Fest begeistern.
pan: Dein Bruder Kevin und du gehen seit diesem Jahr beruflich getrennte Wege. Wie muss man das verstehen?
Philip Traber: Wir haben gemeinsam als gesamte Familie unheimlich viel geschaffen und umgesetzt. Aber jetzt war die Zeit Reif für eine Veränderung. Nachdem Belinda und ich unser gesamtes Leben auf Reisen waren, war es nun an der Zeit, dass wir uns in Bocholt niederlassen. Unser Sohn Toni spielt dabei natürlich auch eine Rolle.
pan: Okay, verstanden. Aber warum Bocholt? Welchen Reiz strahlt dieses Städt- chen an der Aa auf einen Reise-Erprobten wie dich aus?
Philip Traber: Mit etwas Melancholie könnte ich behaupten, dass es mein ers- ter Kuss war. Ich war damals 14 und aber- mals auf der Kirmes in Bocholt. Ich bin auf dieser Kirmes groß geworden ... na, ja ... zumindest 14 Tage in jedem Jahr.
Ohne diese Melancholie bleibt die Bilanz, dass wir schon seit 15 Jahren einen Fuß in der Tür dieser Stadt haben. Kevin hat damals am Aasee zunächst eine „Beach- Bar“ betrieben und schon damals habe ich
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  pan: Philip, deine Pünktlichkeit ist beein- druckend. War das Zufall oder ist dir das wichtig?
Philip Traber: So wurde ich erzogen.
pan: Okay. Klären wir dein Motiv für diesen Artikel. Was muss nach dem Lesen anders sein als vorher?
Philip Traber: Bestenfalls wissen die Le- ser des PAN’s, wer Familie Traber ist, was uns mit Bocholt verbindet und was man von uns erwarten darf. Zudem würden wir gerne etwas klarstellen.
pan: Okay, wer seid ihr? Baujahr, Wurzeln, etc. Das ganze Programm ...
Philip Traber: Meine Frau Belinda ist 38 Jahre alt. Ich bin 45 Jahre und unser Sohn Toni ist acht.
Wir kommen beide aus Düsseldorf. Belindas Mama betreibt heute noch auf dem legendären Düsseldorfer Carlsplatz die Institution „Toni’s Reibekuchen.“ Un- sere Wurzeln liegen im Schaustellerge- werbe, in dem wir aufgewachsen sind.
pan: Der Name Traber ist weltweit bekannt. Wie sieht die Geschichte dahinter aus?
Philip Traber: Mein Bruder Kevin könnte das ziemlich genau sagen. Der hat unsere Wurzeln bis Ende des 16. Jahrhunderts zu- rückverfolgt. Kevin und ich sind Sprösslin- ge einer Artistenfamilie, genauer gesagt ei- ner Hochseil-Dynastie. Unser Onkel hat auf dem Hochseil z.B. die Niagara-Fälle über- quert. Unser Vater, der Mittelpunkt der damaligen Traber-Renz-Truppe, hat Mitte der 60ziger den Einstieg ins Schausteller- gewerbe gesucht und gefunden. Als reisen- der Artist lag das Schaustellergewerbe am nächsten. Etwas weniger gefährlich und gleichsam genau so mutig, nur auf einem anderen Level. Unser Vater gab den großen mobilen Ausschankwagen in Auftrag, der heute noch auf den größten Kirmessen in Deutschland unterwegs ist.
pan: Und wie ist daraus “Traber Event” entstanden?
Philip Traber: Nach dem Tod unseres Vaters im Jahr 2004 haben mein Bruder Kevin und ich mit unseren Frauen einen neuen Weg eingeschlagen. Neben dem
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